Herzlich willkommen auf den Seiten des Arbeitskreis Forensik!

Stichwort Maßregelvollzug

In Deutschland können psychisch kranke Rechtsbrecher über ein Gerichtsurteil gemäß der §§ 63 und 64 Strafgesetzbuch (StGB) im Maßregelvollzug untergebracht werden. Diese Maßregel greift auch und insbesondere dann, wenn schuldmindernde Aspekte aufgrund krankhafter psychischer Zustände wirksam werden. Bei der Maßregel handelt es sich um eine Verwahrung, die eine Sicherung analog einer Justizvollzugsanstalt mit einer psychiatrischen Behandlung verknüpft. Dies führt dazu, dass die Anordnung einer Maßregelvollzugsbehandlung durchaus analog einer Behandlung im Justizvollzug eine Sicherung beinhaltet.

Mehr erfahren...

 

 

von Jutta Muysers, Sprecherin des Arbeitskreises forensische Psychiatrie

Schon lange ist nicht mehr so viel Falsches über den Maßregelvollzug und die damit verbundenen Behandlungsmöglichkeiten verbreitet worden, wie in diesem Jahr - ausgelöst durch den Fall Gustl Mollath, untermauert durch eine leicht zu beeindruckende Öffentlichkeit und eine sehr tendenziöse Berichterstattung selbst renommierter Medien.

Unabhängig davon, ob Herr Mollath nun zu Recht oder zu Unrecht im Maßregelvollzug untergebracht war, soll an dieser Stelle die Möglichkeit genutzt werden, auf einige Grundsätze der Unterbringung im Maßregelvollzug, auf die Behandlungsstrategien, Lockerungen und prognostischen Fragestellungen zu verweisen.

Die Unterbringung im Maßregelvollzug erfordert das Vorliegen einer schweren Straftat, einer chronischen psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung, eine deutliche Verbindung zwischen beidem und eine weiterbestehende Gefährlichkeit.1

Weiterlesen ...

Stellungnahme der BDK zur Neuregelung der Sicherungsverwahrung - Eckpunktepapier des BMJ vom 19.07.2011 für die Umsetzung des BVerfG-Urteils vom 4. Mai 2011

Die Vorschläge ("Eckpunkte") des Bundesministeriums der Justiz zur Umsetzung des BVerfG-Urteils vom 4. Mai 2011 greifen voraussichtlich in den psychiatrischen Maßregelvollzug nach § 63 und 64 StGB nachhaltig ein. Insbesondere die unter Ziff. 4 der "Eckpunkte" vorgeschlagene Änderung des § 67a Abs. 2 Satz 2 StGB dürfte ergebniskritische Folgen haben. Der Personenkreis der psychisch Kranken im Maßregelvollzug soll auf Täter ausgedehnt werden, bei denen eine Sicherungsverwahrung vom erkennenden Gericht nur vorbehalten wurde und bei denen eine psychische Erkrankung im Gutachterverfahren des erkennenden Gerichts ausgeschlossen bzw. nicht festgestellt wurde.

Weiterlesen ...

Die Chancen sind bescheiden - und die Ergebnisse vergleichsweise beachtlich: Eine Studie von Bernd Dimmek und Kollegen (Dortmund) belegt, dass sich die Mehrheit der Suchtkranken aus einer forensischen Klinik nach der Entlassung straffrei bewährt. Allerdings erweisen sich die Prognosen häufig als falsch. Dr. Gernot Hahn kommentiert die Studie: "Sie ist eine hervorragende Quelle für Behandlungsteams, die sich mit der eigenen therapeutischen Haltung kritisch auseinandersetzen wollen."

Weiterlesen ...

Maßregelvollzug zwischen Kostendruck und QualitätsanforderungenMaßregelvollzug zwischen Kostendruck und Qualitätsanforderungen

Fegert, J. M. & Schläfke, D. (Hrsg.)
2010, 268 S.
Pabst, Lengerich/Berlin
ISBN 978-3-89967-585-6
Preis: 25,00 Euro

Der Maßregelvollzug dient einerseits der Therapie psychisch kranker Straftäter und anderseits dem Sicherheitsanspruch der Allgemeinheit.

Mehr Information...
Copyright © 2016 Bundesdirektorenkonferenz (BDK). Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.
Go to top
JSN Boot template designed by JoomlaShine.com